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Veröffentlicht am Montag, 25. Juli 2016 | by euvwien

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Vom Lichtfänger und seinen Schmetterlingen…

Ingo Maurer entwirft seit Mitte der Sechzigerjahre ungewöhnliche Lichtsysteme und Lampen. Seine Objekte zieren öffentliche Einrichtungen wie private Räume weltweit. Viele der Leuchten sind längst Kult.

Portrait_MUC_Architecture1Zarte Schmetterlinge umschwirren eine Glühbirne, ein Dach aus kleinen orangefarbenen Campariflaschen fungiert als Lampenschirm, eine Tomatensuppendose als Pendelleuchte. Ingo Maurers Lampen „I Ricchi Poveri“, „Campari Light“ und „Canned Light“ sind längst Kultobjekte und erhellen nicht nur lauschige Barnischen und Restauranttresen rund um den Globus. Modelle wie diese sowie sein filigranes Lampengebilde „Zettel’z“ wurden sicher hundertfach kopiert. Schon einer seiner ersten Entwürfe, „Bulb“ (1966), wurde in die Design-Collection im „Museum of Modern Art“ aufgenommen.

Ingo Maurer, Sohn eines Fischers vom Bodensee, kreiert, produziert und vertreibt als Unternehmer in der eigenen Firma. Mit dem Ziel „Wir möchten unseren Teil zum Licht und zum Leuchten dieser magischen Metropole beitragen“ eroberte er zur Jahrtausendwende New York, den Ort seiner Sehnsucht, wo der studierte Grafikdesigner Anfang der Sechziger einst gearbeitet hatte. Sein Showroom in SoHo, Ecke Greene/Grand Street, ist heute mit etwa 250 Quadratmetern Ausstellungsfläche ein Magnet für Lampenliebhaber.

Doch blieb Maurer seiner Wahlheimat München stets treu. Seit 1970 tüfteln er, Ehrendoktor am renommierten „Royal College of Art“ in London, und sein mehr als 60-köpfiges Kreativteam in einem Hinterhof im Münchner Stadtteil Schwabing. Produktion und Versand mussten aus Platzgründen längst in neue Räume am Stadtrand umziehen.

Wer an Licht und Design interessiert ist, findet in Maurers Münchner „studioshowroomwerkstattatelier+Shop“, so die Originalschreibweise, auf 700 Quadratmetern die gesamte Bandbreite seines Schaffens. Hunderte Produkte, Prototypen und Einzelstücke, bestaun- wie kaufbar in einer umgestalteten Industriehalle nebst Raum für inspirierende Betrachtung, sowie einen tiefen Einblick in das einzigartige Zusammenspiel von Designentwicklung und Produktion. Oder den Worten des Meisters folgend: „Design, bei dem man den Menschen dahinter nicht mehr spürt, ödet mich an. Wichtig ist mir das Leichte – und die Vergänglichkeit. Ein Ding soll nicht dastehen wie ein Monument für die Ewigkeit. Erfolgreich sind wir, wenn wir ein Gefühl in den Menschen auslösen.“ Spot an!

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Mehr Informationen: GG Magazine

Text: Angelika Brinkmann




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